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SPD: Neujahrskaffee des Ortsbezirks Heppenheim-Mitte in den Fachwerkstuben – Ehrungen für langjährige Mitglieder

HEPPENHEIM. Die SPD blickt nicht nur auf eine lange Parteigeschichte, sondern auch auf eine altbewährte Neujahrstradition zurück. Der Neujahrskaffee, zu dem die Heppenheimer SPD am Samstagmittag ins Café Fachwerkstuben am Graben geladen hatte, sei „der erste wichtige politische Termin zu Beginn des neuen Jahres“, betonte der hessische SPD-Generalsekretär und Mitglied des Landtags Norbert Schmitt.

Der Parteitradition verpflichtet gehört es auch zu den Aufgaben der Heppenheimer Genossen, langjährige Mitglieder des Ortsbezirks Heppenheim-Mitte zu ehren. Ortsbezirksvorsitzender Ralf Schmidt konnte denn auch am Samstag Urkunden, Präsente und Ehrennadeln für 50, 40 und 25 Jahre Mitgliedschaft in der SPD überreichen. Dazu gab Ralf Schmidt einen Einblick in die geschichtlichen Ereignisse, die zum Zeitpunkt dieser Eintritte aktuell waren.

Walter Geiß, der der SPD ein halbes Jahrhundert angehört, trat 1958 bei. Dies sei nicht nur das Jahr, in dem Roland Koch geboren sei, sondern auch die Geburtsstunde der Flensburger Verkehrssünderkartei. „Ich sehe an der Reaktion, dass diese einigen hier persönlich bekannt ist“, scherzte Schmitt. Geiß nahm die Ehrung am Samstag persönlich entgegen.

Ebenso hervorzuheben waren die Mitglieder Silvia Schäfer, Siegfried Gardyan und Helmut Volkmann, die für 40 Jahre Parteizugehörigkeit ausgezeichnet wurden. 1968, im Jahr der Studentenrevolte und der Ermordung Martin Luther Kings und John F. Kennedy beigetreten, blieben sie der SPD vier Jahrzehnte lang treu. Innenpolitisch war das Jahr ihres Beitritts ebenfalls bedeutsam. 1968 wurde die Mehrwertsteuer in der Bundesrepublik eingeführt. „Die betrug damals 10 Prozent, das hat mich wirklich zum Schmunzeln gebracht“, sagt Schmitt.

Während nur Silvia Schäfer persönlich beim Neujahrskaffee anwesend war, um ihre Ehrung entgegenzunehmen, musste die SPD auch bei den Jubilaren mit 25-jähriger Mitgliedschaft auf Margot Spieß und Elfriede Fix verzichten, die nicht zugegen waren. Ingrid Meister jedoch, die Vorsitzende des Ortsvereins Heppenheim, zählte ebenfalls zu den Ausgezeichneten, die 1983 der Partei beigetreten waren.

1983 sei nicht nur das Jahr des Falkland-Kriegs gewesen, sondern brachte auch einen Regierungswechsel mit dem neuen Bundeskanzler Helmut Kohl. Während sich die schwedische Popgruppe ABBA trennte und Kohl gerade Kanzler geworden sei, seien Spieß, Fix und Meister in die SPD eingetreten, erklärte Ralf Schmitt und hoffte, dass die Mitglieder der SPD „noch lange erhalten bleiben werden“.

Politisch stand das Neujahrskaffee, das musikalisch von Johanna Eckel, Theresa Philipp und Vera Umhauer begleitet wurde, weniger im Zeichen der Kommunal- als im Zeichen der Landespolitik. Anwesend waren SPD-Abgeordnete aus Bundes- und Landtag sowie kommunalen Parlamenten, im Fokus des Nachmittags stand jedoch der hessische SPD-Generalsekretär Norbert Schmitt.

Schmitt betonte in seiner Rede nicht nur seine Wurzeln in der Heppenheimer SPD und machte durch seinen Besuch diese Verbundenheit deutlich, er machte den Genossen auch noch einmal Mut für den 27. Januar. „Dass wir an Roland Koch in den letzten 14 Tagen des Wahlkampfs vorbeiziehen, ist möglich. Durch seine Kampagne mobilisiert er unsere Wählerschaft“, nahm Schmitt auf aktuelle Umfrageergebnisse Bezug.

Auswirkungen der CDU-Landesregierung seien überall in Hessen zu spüren. So beklagten sich „Studenten, Lehrer, Eltern, Schüler und viele andere“ über die Konsequenzen der Landespolitik. „Schülern bleibt zum Beispiel im achtjährigen Gymnasium kaum noch Zeit, am Nachmittag ein Verein zu besuchen und einem Hobby nachzugehen“, sagt Schmitt.

Insofern sei die Zeit reif für einen Politikwechsel und die „erste Ministerpräsidentin des Landes Hessen“, wie Ortsbezirksvorsitzender Schmidt hinzufügte.

Aus dem Starkenburger Echo vom 14.01.2008