Bereits „unzählige Gespräche“ geführtBereits „unzählige Gespräche“ geführt

Metzendorf-Immobilie – Ex-Bürgermeister Gerhard Herbert zweifelt am Nutzen weiterer Treffen der Beteiligten

Die letzten Verlautbarungen zum ehemaligen Möbelhaus Metzendorf, die heutige Weis-Immobilie, gehen aus Sicht des früheren Stadtoberhauptes „leider am Kern des Übels ziemlich vorbei“. Plötzlich, so Herbert in seiner Stellungnahme, „sollen es die bösen Nachbarn sein, die die Brüder Weis daran hindern, endlich etwas an der vor über zehn Jahren auf recht merkwürdige Art und Weise erstandenen Immobilie zu tun“. 

Der „tiefere Sinn, weshalb die jetzigen Eigentümer Weis dieses stark sanierungsbedürftige, denkmalgeschützte Haus in der Heppenheimer Fußgängerzone gekauft haben, um es dann erbarmungslos vergammeln und verfallen zu lassen“, erschließe sich „keinem normal denkenden Menschen.“Sowohl von ihm, Herbert, als auch „von meinem geschätzten Vorgänger im Bürgermeisteramt, Ulrich Obermayr“ seien in den vergangenen Jahren „unzählige Gespräche mit den Eigentümern geführt (worden), um an der mittlerweile berühmt-berüchtigten Stelle in der Bachgass etwas zu verändern.“Auch der Vorsitzende des Verkehrs- und Heimatvereins, Helmut Engelhard, habe sich in seiner Eigenschaft als Vorstand der Heppenheimer Wirtschaftsvereinigung „in guter Absicht für Heppenheim vor Jahren schon bei den uneinsichtigen Brüdern eine Abfuhr geholt“.Offensichtlich, fährt Herbert fort, hätten „die neuen Eigentümer Weis Gefallen daran, dass der immer schlechter werdende bauliche Zustand des stadtbildprägenden und ehemals prächtigen Gebäudes bei den Passanten, den benachbarten Geschäftsleuten in der Fußgängerzone und letztlich bei allen Heppenheimern gehörigen Ärger, Unmut und auch Frust verursacht.“ Was für jedermann ökonomisch unsinnig erscheine, werde, so Herberts Erfahrung, von den Eigentümern damit kommentiert, dass man sich das wirtschaftlich locker leisten könne.

Inzwischen, schreibt Herbert weiter, „bröckelt die Fassade, außerdem scheint Nässe durch Dach und Außenwände einzudringen. Die zugeklebte Schaufensterfront kam vor ziemlich genau zwei Jahren zu einem kurzzeitigen Aufblühen, als der CDU-Bürgermeisterkandidat Rainer Burelbach seine Plakate in die Schaufenster der Brüder Weis hängen durfte.“„Der Klamauk“ sei im Wahlkampf dann einige Wochen später auf die Spitze getrieben worden, „als drei Tage vor der Stichwahl Herr Burelbach und sein Adlatus Hörst mit den Brüdern Weis vor dem verfallenden Gebäude und einer hinzugeladenen Menge von Schaulustigen von einem immer weiter wachsenden Vertrauensverhältnis zwischen Eigentümern und allen Beteiligten redeten.“ Die Bürgermeisterwahl sei auch mit diesem Auftritt gewonnen worden, das beschworene Vertrauensverhältnis müsse dagegen wohl noch weiter wachsen. Die Heppenheimer CDU, heißt es weiter in Herberts Stellungnahme, „betreibt seit über zehn Jahren ihren Wahlkampfstand in der Fußgängerzone direkt vor diesem Schandfleck und jetzt fällt ihr ein, hier müsste doch mal was passieren. Die Allzweckwaffe, der Fraktionsvorsitzende, Parteivorsitzende und stellvertretende Landtagskandidat Jürgen Semmler soll es als Mediator richten.“Was mit Sicherheit hier nicht weiterhelfe, sei, die Schuld dem Nachbarn oder dem Kreisbaudezernenten zuzuschieben. Gefordert seien vielmehr die Eigentümer. Herbert: „Im Grundgesetz steht: Eigentum verpflichtet. Vielleicht sollten die besagten Leute mit den guten Vorsätzen versuchen, dies den Eigentümern klarzumachen. Ein Gelingen ist ausdrücklich gewünscht!“

Aus dem Starkenburger Echo vom 11.01.2013