Antrag Betreuung von KindernAntrag Betreuung von Kindern

Konzept zur Betreuung von Kleinkindern (1-3 Jahre) und Anpassung der Kindergartenstrukturen an neue Erfordernisse in Heppenheim

Konzept zur Betreuung von Kleinkindern (1-3 Jahre) und Anpassung der Kindergartenstrukturen an neue Erfordernisse in Heppenheim

Sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher, 

die SPD-Fraktion bittet sie, den folgenden Antrag auf die Tagesordnung der nächsten Stadtverordnetenversammlung zu nehmen: 

„Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:
Der Magistrat wird beauftragt, ein Konzept zur Betreuung von Kleinkindern im Alter von 1-3 Jahren in Heppenheim zu entwickeln, welches ermöglicht, dass diese Kleinkinder unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten der Eltern, unabhängig vom sozialen Hintergrund der Eltern und unabhängig von ihrem Wohnort in der Stadt einen entsprechenden Betreuungsplatz finden können. 

Darüber hinaus soll der Magistrat prüfen, ob auch in Heppenheim das letzte Kindergartenjahr gebührenfrei sein kann, wie es entsprechende finanzielle Angebote des Landes vermuten lassen. Hierbei ist zu prüfen, ob dieses letzte Kindergartenjahr nicht eher Vorschulcharakter haben muss, um sprachliche und soziale Defizite abzubauen.“ 

Begründung:
In den letzten Jahren hat sich im Rahmen einer breiten Auffassungsänderung in Deutschland sowohl die Haltung zur Betreuung von Kindern in Vorkindergartenalter geändert als auch der Anspruch, der an die entscheidende Zeit vor der eigentlichen Einschulung gestellt wird.

Zum einen sieht man heute ein, dass es notwendig ist, Frauen eine durchgängige Berufslaufbahn zu gewährleisten und dabei dies und gleichzeitig Kinder unter einen Hut bringen zu können, zum anderen wird es als notwendig erkannt, zur Einschulung hin Kinder individueller zu fördern, um Defizite (z.B. aus einem Migrationshintergrund oder einer unzureichenden Sozialisation) abzubauen.
Unter Berücksichtigung dieser neuen Ansprüche und deren Priorität kann das gesamte vorschulische Betreuungswesen für Kinder nicht so bleiben wie bisher.
Wenn im Jahr 2007 das 14-monatige Elterngeld eingeführt wird, ist die einzige Konsequenz aus diesem gesellschaftspolitischen Ansatz, dass nach diesen 14 Monaten die Kinderbetreuung flächendeckend gewährleistet sein muss, denn ansonsten fallen die betroffenen Frauen eben zu diesem Zeitpunkt in die Betreuungsfalle. Dies heißt nicht, dass 100% der 1-3jährigen Kinder betreut werden müssen, aber jeder Frau, die es möchte oder darauf angewiesen ist, müsste ein Platz zur Verfügung stehen.
Dies alles kann zwar nicht allein finanzielle Aufgabe der Kommunen sein, denn es ist eine originäre staatliche Aufgabe, für die Gesamtgesellschaft solche Ansprüche wie Chancengleichheit, Berufstätigkeit und Kinder in einem höheren Maße wie bisher vereinbar werden zu lassen. Aber die Organisation hierfür muss auf kommunaler Ebene erfolgen. Und angesichts der Tatsache, dass schon im nächsten Jahr das Problem besonders relevant wird, ist der o.a. Antrag dringend. 

 

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

 

 

 

 

(Edgar Reiners)

Fraktionsgeschäftsführer u.

stellv. Fraktionsvorsitzender