Furcht am BahnhofFurcht am Bahnhof

Jusos: Jugendversammlung der SPD-Arbeitsgemeinschaft stößt nur auf wenig Resonanz bei Zielgruppe – Modernes Kino gewünscht

HEPPENHEIM. Auf wenig Resonanz ist am vergangenen Freitag die von der Juso-Arbeitsgemeinschaft (AG) Heppenheim-Lorsch organisierte Jugendversammlung gestoßen. Lediglich eine Handvoll Jugendliche fanden den Weg in die Jugendfreizeiteinrichtung Oase, um sich mit der Problematik fehlender Möglichkeiten für eine facettenreiche Freizeitgestaltung in Heppenheim konstruktiv auseinander zu setzen. Diskutiert wurde denn auch nur sporadisch. Wegen der mangelnden Teilnehmerzahl konnte das Gesagte keinesfalls als umfassendes Meinungs- und Stimmungsbild der Heppenheimer Jugend mit Anspruch auf Vollständigkeit gewertet werden.

Zur Sprache kam neben den begrenzten Einkaufsmöglichkeiten in der Innenstadt die von vielen Menschen wahrgenommene eklatante Situation im Bereich um den Bahnhof. So bemerkte einer der Anwesenden, dass besonders in den Abendstunden ein sicheres Passieren der Bahnhofunterführung nicht mehr möglich sei. Oftmals gehe die Anwesenheit jugendlicher Gruppen in diesem Bereich mit Beleidigungen der Passanten bis zu Handgemengen einher. Dies sei keineswegs zu tolerieren. Die Stadtverwaltung müsse konsequent reagieren, forderte der Sprecher. Zudem spreche sich herum, dass der Heppenheimer Bahnhof zu einer Umschlagstelle für Drogen geworden sei. Inwieweit dies der Realität entspreche, sei derzeit schwer nachprüfbar.

Weiterhin sei für die Heppenheimer Jugend ein größeres und moderneres Kino mit Ausweitung des Filmprogramms wünschenswert. „Trotz der geringen Teilnehmerzahl war das Gespräch über weite Strecken produktiv“, resümierte die Juso-AG-Vorsitzende Maximiliane Gobes: „Es ist dennoch schade, dass sich so wenige Jugendliche für dieses Diskussionsforum interessiert haben.“ Letztlich gehe es um deren Belange, Kritik und Anregungen. Beschweren könne man sich leicht, aber dann selbst für die eigenen Interessen aktiv zu werden, scheinen nur die wenigsten zu wollen, kritisierte Gobes. In der Tat dürfte die mangelnde Teilnehmerzahl keineswegs auf eine lückenhafte Werbeaktion für die Veranstaltung zurückzuführen sein.

„In den vergangenen vier Wochen haben wir sowohl die Heppenheimer Vereine angeschrieben als auch Plakate im Stadtgebiet platziert“, betonte der stellvertretende Vorsitzende Maximilian Priem: „Anscheinend wurden die Informationen nicht weitergeleitet oder die Jugendlichen müssen die Situation in Heppenheim nicht als besonders problematisch empfinden.“ Die geringe Resonanz lege diese Vermutung zumindest nahe. Ingrid Meister blickt in die Zukunft: „Vielleicht muss eine solche Veranstaltung zukünftig in einem anderen Rahmen aufgezogen werden, um sie für Jugendliche attraktiv zu machen.“ Ob eine Aktivierung der Heppenheimer Jugend dann generell in größerem Maße möglich werde, bleibe abzuwarten.

Aus dem Starkenburger Echo vom 30.10.2007