Hochbetrieb in Heppenheimer Neubaugebiet Nordstadt IIHochbetrieb in Heppenheimer Neubaugebiet Nordstadt II

Schnellverfahren: Mithilfe von Fertigbauelementen entstehen derzeit Kellerräume für einen Teil der insgesamt sieben Mehrfamilienhäuser, die die LIG-Unternehmensgruppe in Heppenheims Nordstadt II errichtet. Foto: Jürgen Reinhardt

Das Heppenheimer Neubaugebiet nimmt Kontur an. Chance für Häuslebauer: 25 Einzel- und Doppelhausgrundstücke werden von der Stadt noch zu günstigen Konditionen angeboten.

An manchen Tagen ist kaum ein Durchkommen in Heppenheims Neubaugebiet Nordstadt II. Vor allem im westlichen Teil wird eifrig gebaut, ins Auge fallen die riesigen Baugruben, die für ein Projekt der LIG Unternehmensgruppe stehen: „Parkquartier Heppenheim“, ein Ensemble von am Ende sieben Mehrfamilienhäusern.

Während für den westlich des Radwegs gelegenen Teil des Projekts bereits die Kellerräume mithilfe von Fertigteilen Kontur annehmen, geht es östlich des Radwegs derzeit noch um das Fundament. 56 Zwei- bis Dreizimmerwohnungen entstehen hier, die bereits an einen Investor verkauft sind, der diese Wohnungen dann zur Miete anbieten wird. Aber auch mehrere Privathäuser sind bereits in Arbeit, drei in der Rohbauphase, bei zwei anderen wird bereits an der Fassade gewerkelt. Und es dürfte in den nächsten Monaten zügig weitergehen mit dem Häuserbau in Heppenheims Norden. Aktuell, heißt es aus dem Rathaus auf eine entsprechende Anfrage, liegen 53 Bauanträge vor.

Die Infrastruktur steht bereits zur Verfügung

Und, das dürfte für potenzielle Häuslebauer von Interesse sein, die bislang noch nicht zum Zug gekommen sind: 25 Einzel- und Doppelhausgrundstücke, die seitens der Stadt und damit zu günstigen Bedingungen angeboten werden, sind noch zu haben. Darunter auch mehrere im Osten des Areals entlang der Lärmschutzwand an der B3, die bis vor Kurzem noch nicht zum Verkauf standen. Wer nicht selbst bauen will, sondern sein Haus lieber schlüsselfertig von einem Bauträger übernimmt, hat diese Möglichkeit auf der Westseite des Neubauviertels. Entlang des Bahndamms und parallel zur Gunderslachstraße bis auf Höhe des Radwegs sollen nach den derzeit vorliegenden Plänen 27 Reihenhäuser entstehen. Diese Grundstücke wurden von der Stadt an einen Investor verkauft.

Insgesamt können künftig in mehr als 300 Einheiten gut 600 Personen wohnen. Ob noch in diesem Jahr der erste Nordstadt-II-Bewohner ins eigene Haus einzieht, bleibt abzuwarten. Sicher ist, dass die notwendige Infrastruktur zur Verfügung steht, Strom, Wasser, Gas sind vorhanden, und die Straßen sowie die dazugehörige Beleuchtung sind bis auf kleine Restarbeiten fertig. Dass die Straßen bereits emsig genutzt werden, und das nicht nur von Baufahrzeugen, lässt vermuten, dass da einiges an Verkehr zusammenkommt, wenn das Viertel erst einmal vollständig besiedelt ist.

Nordstadt sei seit den 80er Jahren als Einheit geplant worden

Verkehr, der nicht mehr so wie zurzeit die Bahnunterführung der Gunderslachstraße nutzt, um am Jochimsee entlang auf dem schnellsten Weg zur Autobahn zu kommen. Denn diese Unterführung wird, wie Erste Stadträtin Christine Bender (SPD) jetzt noch einmal klarstellte, für den Durchgangsverkehr gesperrt. Stattdessen wird man entweder über die B3 zur Bürgermeister-Kunz-Straße und hier in Richtung A5 fahren (mit ampelgesteuerter Kreuzung) oder den Weg quer durch die Nordstadt I (ohne Ampel) nehmen müssen.

Die Gunderslachstraße, so Bender, „ist nicht ausreichend ausgebaut und soll daher keinen weiteren Verkehr aufnehmen“. Die Nordstadt sei seit den 80er Jahren bereits als Einheit geplant worden, mit einem Ringschluss von Nordstadt I und Nordstadt II. Entsprechend sei das Straßennetz „schon immer für den gebietsinternen Verkehr ausgelegt.“

Ob die Gesamtnordstadt auch was die Begrünung angeht, irgendwann einmal als geschlossene Einheit gelten wird, bleibt abzuwarten. Für die Erschließung des Neubauviertels fielen erst einmal fast alle Bäume und Sträucher der zuvor landwirtschaftlich genutzten Fläche. Allerdings sind umfangreiche Neuanpflanzungen vorgesehen: Überall dort nämlich, wo derzeit mit Erde gefüllte Betonringe als Platzhalter am Straßenrand stehen, sollen in Zukunft wieder Bäume stehen. Und auch die noch unschöne Lärmschutzwand an der B3 wird noch in diesem Jahr begrünt.

Aus dem Starkenburger Echo vom 16.10.2019