Kastanienfreie ZoneKastanienfreie Zone

Zwei Wochen nachdem der Bauhof gegen lauten Protest drei 100-jährige Kastanien gefällt hatte, sorgten Bürgermeister und Magistrat gestern dafür, dass auch die verbliebenen drei Kastanien dem Bahnhofsumbau nicht mehr im Weg stehen.

Bürgermeister Obermayr lässt weitere Bäume am Heppenheimer Bahnhof fällen

Der Beifall für Ulrich Obermayr (CDU) durfte sich in Grenzen halten: Gestern Mittag haben Mitarbeiter des Bauhofes auf Anweisung des Bürgermeisters weitere drei Kastanien am Bahnhof gefällt, die dem Umbau im Weg standen. Kurz nachdem der (nicht vollzählige) Magistrat am Mittag die Zustimmung erteilt hatte, wurden die Motorsägen angeworfen und zur Tat geschritten. Die Aktion dürfte für weitere Proteste sorgen: Vor einigen Tagen erst waren gegen den Widerstand vieler Heppenheimer mehrere Kastanien gefällt worden.     

Obermayr betonte demgegenüber, dass die Bäume zum einen dem geplanten Busbahnhof, zum anderen der notwendigen Verlegung des Zugangs von der Ernst-Schneider-Straße im Weg standen. Unter Zeitdruck habe er deshalb gestanden, weil die Aufträge für diese Arbeiten noch in dieser Woche vergeben werden müssen. Darüber hinaus habe das genaue Studium des vorliegenden Baumgutachtens ergeben, dass für den Erhalt der Kastanien ein Sicherheitsabstand von drei Metern rund um die Bäume eingehalten werden müsste. Obermayr: „Das ist schlicht nicht machbar“. Die frühere Entscheidung des Magistrats, die Kastanien zu sanieren, habe auf Fehlinformationen beruht. 

Obermayr, der betonte, dass im Bahnhofsbereich 80 Bäume neu gepflanzt werden, versprach gestern noch einmal Neuanpflanzungen als Ersatz für gefällten, 1OO Jahre alten Kastanien. Wie diese Ersatzbäume aussehen werden, davon kann man sich laut Bürgermeister am früheren Bauhof in der Liebigstraße ein Bild machen: Hier soll ein „Referenzbaum“ zeigen, dass die Stadt die gefällten Riesen durch respektable Jungbäume und nicht durch irgendwelche „Mickerlinge“ zu ersetzen gedenkt.                              jr