Kinderbetreuung in der WerlestraßeKinderbetreuung in der Werlestraße

Bürgerversammlung: Bürgermeister Gerhard Herbert (SPD) legt Magistratsbericht vor – Interessenten für „Halben Mond“

HEPPENHEIM. Bei der Bürgerversammlung am Mittwochabend im Heppenheimer Kurfürstensaal gab Bürgermeister Gerhard Herbert (SPD) mit seinem Magistratsbericht einen Einblick in aktuelle Entwicklungen.

Kinderbetreuung: Die Stadt will demnächst zweimal wöchentlich die Möglichkeit bieten, Kleinkinder gegen ein geringes Entgelt stundenweise betreuen zu lassen, damit Eltern in Ruhe Einkäufe und andere Erledigungen tätigen können. Ursprünglich sollte dies im Soziokulturellen Zentrum „B 3“ angeboten werden. Doch die Räume dort eignen sich nicht, da sich der angedachte Betreuungsraum in einem anderen Stockwerk befindet als die Toiletten. Da nur eine Betreuungsperson anwesend sein wird, wäre die Aufsicht bei Toilettengängen nicht gewährleistet. Nach Absprache mit dem Roten Kreuz soll die Betreuung nun in den Räumen der DRK-Seniorentagesstätte in der Werlestraße angeboten werden.

Einkaufssituation: Nach Schließung des Edeka-Marktes in der Zwerchgasse fehlt nach wie vor ein Supermarkt in der Innenstadt. Für einen angedachten „Cap“-Markt, in dem behinderte Menschen arbeiten, laufen noch Verhandlungen mit einem potenziellen Träger. Der Psychosoziale Hilfsverein scheidet aus, mit der Behindertenhilfe Bergstraße steht die Stadt in Kontakt. Wird daraus nichts, bestünde auch die Möglichkeit, eine GmbH zu gründen und die Lebensmittelversorgung auf diese Weise zu organisieren. Die Ergebnisse einer Standortanalyse stehen noch aus, Edeka hatte das Geschäft als „betriebswirtschaftlich nicht lohnenswert“ bezeichnet und die Filiale im vergangenen Dezember geschlossen.

Halber Mond: Für das Hotel mit Bürgerhaus-Funktion wird auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung ein Investor gesucht, der auch in die Immobilie investiert (das ECHO hatte berichtet). Laut Bürgermeister Herbert steht die Stadt zurzeit mit „einigen ernst zu nehmenden Interessenten“ in Verhandlungen.

Mobilfunk: Nicht zuletzt durch das Vorhaben, am Billackerweg in Ober-Hambach einen zehn Meter hohen Funkmast zu errichten, ist das Thema Mobilfunk wieder im Stadtgespräch. Laut Herbert habe man versucht, für die Bürgerversammlung „einen möglichst neutralen Fachmann“ zu finden, der über dieses Thema und seine vielen Facetten referiert. Dies sei nicht gelungen, soll aber noch in diesem Jahr nachgeholt werden.

Abfallzweckverband: Der Vorstand des Zentralen Abfallzweckverbandes Kreis Bergstraße (ZAKB), aus dem die Stadt nach einem entsprechenden Bürgerentscheid austreten will, hat am 30. August die Empfehlung ausgesprochen, die Kreisstadt nicht austreten zu lassen. Dem gegenüber steht die Aussage des Ersten Kreisbeigeordenten und Verbandsvorstehers Jürgen Lehmberg (CDU), der nach dem Bürgerentscheid gesagt hatte: „Wenn die Heppenheimer ziehen wollen, lassen wir sie ziehen.“ Die Entscheidung der Verbandsversammlung steht Ende des Monats an. Wie die Stadt weiter vorgehen möchte, wenn die Verbandsversammlung den Wunsch der Kreisstadt ablehnt, blieb indes am Mittwochabend offen. Ein Anlass für Stefan Kunz, der für FWHPINI in der Stadtverordnetenversammlung sitzt, den Verwaltungschef heftig zu kritisieren. Er solle die Verantwortlichen des Verbandes „bei der Ehre packen“ und die Umsetzung des Bürgerwillens konsequenter vorantreiben.

Metzendorf-Immobilie: Das leerstehende ehemalige Möbelhaus Metzendorf in der Fußgängerzone ist vielen Heppenheimern ein Dorn im Auge. Nach Einschätzung des Bürgermeisters hätten die Eigentümer kein Interesse, am Zustand des Hauses etwas zu ändern. Herbert: „Wir haben da keinen rechtlichen Hebel, um anzusetzen.“ Er wies Gerüchte zurück, die Stadtverwaltung lege den Eigentümern der Immobilie Steine in den Weg.

fs
Aus dem Starkenburger Echo vom 15.9.2006