Querschläge bringen unsere Stadt nicht weiterQuerschläge bringen unsere Stadt nicht weiter

Kommunalpolitik: Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Heppenheimer Parlament plädiert für mehr Besonnenheit im Umgang der Parteien

ECHO: Beim Neujahrsempfang, zu dem der SPD-Ortsbezirk Heppenheim am Samstag in die Fachwerkstuben eingeladen hatte, blieb die Kommunalpolitik außen vor. Gemessen an vorausgegangenen Veranstaltungen war dies eher ungewöhnlich. Herr Krüger, eigentlich hätte man erwarten dürfen, dass die Sozialdemokraten heute aufstehen und entrüstet den Vorwurf zurückweisen, sie würden in Heppenheim eine politisch schwache Figur abgeben.

Krüger: Sie beziehen sich offenbar auf die jüngsten Äußerungen des CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Fred Schuster.

ECHO: So ist es.

Krüger: Es genügt doch, wenn die andere Seite das macht. Uns kann im Gesamtinteresse Heppenheims überhaupt nichts daran gelegen sein, mit gleicher Schärfe zu reagieren. Ich rate zu mehr Besonnenheit.

ECHO: Das ist erklärungsbedürftig.

Krüger: Sehen Sie, das Ergebnis der Kommunalwahl 2006 hat gerade den beiden großen Parteien die Verpflichtung aufgetragen, unsere weiß Gott nicht kleinen Probleme nach Möglichkeit einvernehmlich zu lösen. Die Situation erfordert es, alle Kräfte zu bündeln. Ich denke, dass dies dem Wählerwillen entspricht. Querschüsse bringen unsere Stadt nicht weiter.

ECHO: Sehr friedfertige Sozialdemokraten.

Krüger: Natürlich gibt es auch bei uns Kräfte, die ebenso wie Schuster für eine schärfere Abgrenzung plädieren. Nur frage ich mich, wohin das führen soll? Jeder sollte respektieren, dass keine Partei mit einer Mehrheit ausgestattet worden ist, die Alleingänge erlaubt. Wir müssen kompromissfähig bleiben. Alles andere wäre der Heppenheimer Entwicklung abträglich.

ECHO: Stichwort Entwicklung. Da liegt doch manches im Argen.

Krüger: Niemand kann den Ernst der Lage bestreiten. Unsere Probleme sind aber schon länger bekannt. Umso mehr ärgert es mich, wenn für alle Dinge, die nicht wie gewünscht laufen, nun unser Bürgermeister den Kopf hinhalten muss. Gerhard Herbert hat Altlasten übernommen, die weit vor seiner Zeit liegen.

ECHO: Geht’s nicht etwas konkreter?

Krüger: Ich blicke da lieber in die Zukunft und nicht in die Vergangenheit. Eines muss allerdings klar sein: Wenn andere glauben, eine Negativliste aufstellen zu müssen, dann werden wir mit einer Positivliste antworten und außerdem deutlich zu machen wissen, wer für welche Versäumnisse die Verantwortung trägt. Ich hoffe, dass dies nicht soweit kommen muss.

Aus dem Starkenburger Echo vom 22.01.2007