Simone Reiners führt Heppenheims SPD-Frauen anSimone Reiners führt Heppenheims SPD-Frauen an

25 Jahre jung, aber mit sozialdemokratischen Werten schon lange vertraut: Simone Reiners, Tochter des Heppenheimer SPD-Urgesteins Edgar Reiners. Bereits seit knapp zwei Jahren engagiert sie sich im Parlament. Foto: Sascha Lotz

32 Jahre lang war Martina Hardt-Holler Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen in Heppenheim. Nun übernimmt die 25 Jahre alte Simone Reiners.

Simone Reiners ist die neue Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF). Am Mittwochabend wählten die Mitglieder bei der Hauptversammlung im „Gossini“ die Wunschkandidatin von Martina Hardt-Holler, die 32 Jahre lang der AsF vorgestanden hatte, einstimmig zu ihrer Nachfolgerin. „Wir freuen uns alle auf die Zusammenarbeit“, gab ihr SPD-Bundestagsabgeordnete Christine Lambrecht, die als Wahlleiterin fungiert hatte, mit auf den Weg. Und Gerhard Herbert, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins, zeigte sich „überzeugt, dass es mit dir positiv weitergeht“.

Simone Reiners ist 25 Jahre alt und absolviert zurzeit eine duale Ausbildung als Inspektorenanwärterin im Staatlichen Schulamt in Heppenheim. Als Tochter von Edgar Reiners (1954 bis 2012), Ehrenstadtverordneter, Geschäftsführer der SPD-Fraktion im Stadtparlament und von 1995 bis 2003 Ortsvereinsvorsitzender, hat sie die sozialdemokratischen Werte schon als Kind verinnerlicht.

2014 ist Simone Reiners in die Partei eingetreten, war Schriftführerin im Ortsverein und ist am 1. März 2017 in die Stadtverordnetenversammlung nachgerückt. Auf ihre neue Aufgabe freut sie sich: Das möchte ich gerne machen, hatte sie sich nach kurzem Überlegen gesagt, zumal die AsF-Mitglieder ihr uneingeschränkte Unterstützung zusicherten.

Mit ihrer Stellvertreterin steht ihr zudem eine erfahrene Weggefährtin zur Seite. Denn Martina Hardt-Holler hatte zwar nicht mehr für das Spitzenamt kandidiert, ist aber nur einen kleinen Schritt zurückgetreten und bleibt der Arbeitsgemeinschaft als zweite Vorsitzende erhalten. Ebenfalls ohne Gegenstimmen gewählt wurde das Beisitzergremium mit Gisela Geiger, Andrea Pfeilsticker, Renate Netzer, Sonja Eck, Gabriele Kurz-Ensinger, Christine Bender, Inge Siebert, Hilde Kille und Cornelia Weimar-Schmitt.

Für Martina Hardt-Holler, die am Mittwoch zum letzten Mal das Berichtsjahr Revue passieren ließ, gab es im Anschluss Lob und Dank für die geleistete Arbeit. „Du warst der Motor der AsF“, bestätigte Gerhard Herbert: „Du warst die Frontfrau, hast die anderen motiviert. Wenn wir mehr Frauen mit deinem Engagement hätten, müsste uns nicht bange sein.“ Dem schloss sich auch die Bundestagsabgeordnete an: „Ich wünschte“, so Christine Lambrecht, „wir hätten an jedem Ort so eine aktive Gruppe: Du hast die Frauen immer zusammengehalten“. Und Stadträtin Gisela Geiger erinnerte daran, dass Martina Hardt-Holler, die den Vorsitz 1987 übernommen hatte, damit eigentlich Neuland betreten hätte: „Du hast die AsF reaktiviert, um sinnvolle politische Arbeit ergänzt und eine Ära geprägt.“

Vieles wurde erreicht, bilanzierte die langjährige Vorsitzende, doch es gäbe noch jede Menge zu tun. Vordringlich sieht sie als Ziel die bessere Vernetzung mit allen Verbänden, die sich ebenso wie die AsF für die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Gesellschaft einsetzten. Und da ist, wie es auch die Bundestagsabgeordnete in ihrem Referat zu „100 Jahre Frauenwahlrecht“ ausführte, das letzte Wort noch nicht gesprochen: „Frauen müssen in verantwortlichen Positionen sichtbar sein“, sagte Lambrecht: „Denn wenn du etwas bewegen willst, musst du die Macht dazu haben. Wir haben verkrustete Strukturen aufgebrochen, Veränderungen eingeläutet, haben aber noch unglaublich viel vor uns: Es ist noch längst nicht alles erkämpft.“

Aus dem Starkenburger Echo vom 08.02.2019