Friedhofskapelle – Kritik an MehrkostenFriedhofskapelle – Kritik an Mehrkosten

Friedhofskapelle – Kritik an Mehrkosten – Inzwischen bei 300 500 Euro – Unterstützung durch CDU
KIRSCHHAUSEN. Seit mehr als einem Jahrzehnt warten Kirschhäuser und mit ihnen die Sonderbacher auf „ihre“ neue Friedhofskapelle, aber inzwischen nähert sich das Gebäude, mit dessen Bau im vergangenen Jahr begonnen wurde, der Fertigstellung. Grund zum Feiern also. Eigentlich jedenfalls. Wenn da nicht die Kosten wären, die immer wieder und auch jetzt noch für Diskussionsstoff sorgen. Zuletzt am Dienstag abend, als der Bauausschuss über zusätzliche Ausgaben von 18 000 Euro befinden sollte, mit denen sich die Bausumme auf dann 300 500 Euro erhöht.
Ein Betrag, gegen den sich ein großer Teil der Heppenheimer Parlamentarier vor Baubeginn verwahrt hatte: Nicht mehr als maximal 540 000 Mark – rund 270 000 Euro – sollten ausgegeben werden, auch wenn man zwischenzeitlich vom ursprünglichen Plan für einen Umbau der alten Friedhofskapelle abgekommen war und einem Neubau zugestimmt hatte.
Entsprechend fiel der Betrag aus, der im Haushalt vermerkt wurde: 265 796 Euro. Nachdem die Schätzung des beauftragten Architekturbüros dann von 278 756 Euro ausging, wurde die Summe im April diesen Jahres um 16 500 auf  282 296 Euro erhöht. Und nach der neuesten Kostenschätzung des Architekturbüros sind weitere 18 000 Euro nötig, womit man bei den oben erwähnten 
300 500 Euro wäre.
Kritik musste sich im Ausschuss insbesondere die FDP gefallen lassen. Hatte Fraktionsmitglied Peter Stöcker, der für die FDP auch im Ortsbeirat von Kirschhausen sitzt, doch immer wieder versichert, dass man sich im Kostenrahmen halten und die  540 000 Mark nicht überschreiten werde. Eine Aussage, für die Peter Müller (Grüne Liste) den Liberalen, der im Ausschuss von Christopher Hörst vertreten wurde, mit Blick auf die Zusatzkosten am liebsten „persönlich in Haftung nehmen“ würde. Was aber wohl nichts wird, zumal Stöcker Unterstützung aus der CDU erfuhr. Fred Schuster nannte die Kostensteigerung von rund 15 Prozent „nicht allzuviel“, und Fraktionskollege Anton Götz – in Personalunion Ortsvorsteher von Sonderbach – sah in dem Mehrbetrag ebenfalls keine unzumutbare Belastung des Etats. Gölz („Wir sind stolz auf die neue Friedhotskapelle“) konnte nach einem Ortstermin auch von den Gründen für die Kostensteigerung berichten: Zum einen war die Gründung wegen der Bodenverhältnisse teurer als erwartet, zum anderen kostete die Stromversorgung mehr.
Aussagen, die gleich wieder kritische Fragen provozierten: Warum der Architekt sich nicht vorher über die Bodenverhältnisse informiert hatte und ob man die Aussegnungshalle denn „ohne Strom geplant“ habe. In Frage gestellt wurde – von Christopher Hörst – auch die Vertragsgestaltung durch die Stadt: Warum, man keinen Fix-Preis festgelegt und das Architekturbüro für Etatübetschreitungen haftbar gemacht habe? Am Ende der Diskussion stand gleichwohl eine Mehrheit für die Aufstockung des Betrages, und auch in der Stadtverordnetenversammlung dürfte der Antrag durchgehen.
Womit das Projekt (hoffentlich) beendet werden kann: Die noch ausstehenden Arbeiten sind bislang nicht ausgeschrieben, weil „der z.Zt. vorhandene Haushaltsrest von 2243,13 Euro dies nicht zulässt“.            jr