Rewe kann weitermachenRewe kann weitermachen

Nach tagelangen Negativschlagzeilen über das Thema TOOM konnte das Starkenburger Echo in der Weihnachtsausgabe 
24.12.2003 berichten:

HEPPENHEIM. Für den Handelsriesen Rewe dürfte es so etwas wie ein Weihnachtsgeschenk sein, aber auch der Nachbar geht nach Lage der Dinge nicht leer aus: Wie gestern aus dem Rathaus zu hören war, ist der Baustopp für den Toom-Markt-Neubau aufgehoben. Der Einspruch, den ein unmittelbarer Anwohner gegen die Baugenehmigung durch den Kreis erhoben hatte, wurde nach einer außergerichtlichen Einigung zurückgezogen. Damit können die Baumaschinen wieder anrollen, die Arbeiten für das "SB-Warenhaus" weitergehen, das in genau einem Jahr – zum Weihnachtsgeschäft 2004 – eröffnet werden soll.

In dem Streit ging es um eine rund sechs Meter hohe Schallschutzwand, die in fünf Metern Entfernung von der Grundstücksgrenze des Nachbarn gebaut werden soll. Obwohl er im Bauleitverfahren Einwände gegen die Höhe der Mauer erhoben hatte, war es bei dem von Rewe vorgelegten Entwurf geblieben. Dass er vor dem Verwaltungsgericht Darmstadt den Baustopp erwirken konnte, lag daran, dass seitens der Verwaltung versäumt worden war, den Verzicht auf mögliche Alternativen ausführlich zu begründen.

Ein erster Versuch, zu einer außergerichtlichen Einigung zu kommen, war gescheitert. Aus diesem Grund mussten Heppenheims Stadtverordnete in der vergangenen Woche (18.12.2003) zu Sondersitzungen von Bau- und Hauptausschuss sowie Stadtparlament zusammen kommen, in denen der Beschluss zum Bebauungsplan vom 2. Oktober aufgehoben und die erneute, diesmal verkürzte Offenlegung beschlossen wurde. Letztere beginnt trotz der jetzt bekannt gewordenen Einigung am 30. Dezember und endet am 16. Januar.

Die bei Rewe wie der Stadt befürchtete wochenlange Verzögerung des Projektes bleibt damit wohl aus. Wie berichtet soll auf dem so genannten "BergweilerGrundstück" im Eck Mozartstraße/Tiergartenstraße ein neues "Toom SB Warenhaus" den inzwischen gut 30 Jahre alten Toom-Markt ersetzen, auf dessen Fläche nach dem Abriss weitere Parkplätze entstehen sollen. Der künftig erheblich größere Markt wird 7000 Quadratmeter Verkaufsfläche und im — den Kassen vorgelagerten — "Shop-Bereich" zwei Fachmärkte bieten; geplant sind ein Schuh- und ein Textilfachmarkt, aber auch von einer Apotheke war schon die Rede.

Der Verkauf des städtischen Geländes an Rewe hatte im vergangenen Jahr kurz vor Toresschluss geholfen, ein riesiges Haushaltsloch zu stopfen: Sieben Millionen Euro war dem Unternehmen das Areal südlich des bestehenden Standorts wert. Die Kaufland Stiftung, die an der Kalterer Straße mit dem ,,Handelshof" vertreten ist und ebenfalls einen neuen, größeren Markt bauen wollte, ging bei dem Handel trotz eines ähnlich hohen Angebotes und einer Zusage aus dem Rathaus leer aus.                        jr