Was lange währtWas lange währt

Mozartstraße — Hauptverkehrsachse der Weststadt nach Sanierung wiedereröffnet — Gesamtkosten 2,5 Millionen €

HEPPENHEIM. Was lange währt – Bürgermeister Ulrich Obermayr, eine Handvoll Mandatsträger, darunter Stadtverordnetenvorsteher Philipp-Otto Vock, Mitarbeiter des Bauamtes sowie der beteiligten Firmen und sogar einige Anlieger — die über ein Jahr lang mit Lärm, Dreck und tausendundeiner Umleitung leben mussten — waren gestern Nachmittag dabei, als die Mozartstraße offiziell und auf ganzer Länge wiedereröffnet wurde. ………………….. An anderen Stellen wie der Bahnüberführung der Bürgermeister-Metzendorf-Straße gehen sie – auch wenn das Brückenbauwerk schon weitgehend fertig ist —noch bis in das nächste Frühjahr. 

Obermayr sprach bei der kleinen Feier auf dem Grundstück vor der Wäscherei Utermann gestern seinen Dank an alle Beteiligten, vor allem aber an die Anlieger für deren Geduld aus. Die würden nach dem ,,schwersten Eingriff in den Stadtorganismus seit Metzendorfs Zeiten“ nun durch eine ,,Prachtstraße“ belohnt und die Geschäftsleute, die Umsatzeinbußen hatten hinnehmen müssen, einer ,,neuen Zeit entgegen gehen“. …………………………………

Rund 2,5 Millionen Euro hat die seit 1989 diskutierte Erneuerung einer der wichtigsten Straßen Heppenheims gekostet. Für das Geld gabs eine neue Fahrbahn, neue Bürgersteige, neue Laternen und 21 neue Bäume (ursprünglich sollten mehr als 40 gepflanzt werden). Eine Million Euro der Sanierungssumme kamen über staatliche Zuschüsse herein, der Rest musste von der Stadt (also der Allgemeinheit) und den Anliegern getragen werden.

Letztere hatten sich in der ,,IGAM“, der Interessengemeinschaft Anlieger Mozartstraße zusammengeschlossen, um den von ihnen befürchteten ,,Luxusausbau“ der Straße und damit über höhre Anliegerbeiträge zu verhindern. Ein paar Euro haben die mehr als einhundert Anlieger, die sich vor allem gegen einen zu aufwändigen Straßenbelag, aber auch gegen den als ,,Mozartkugel“ verspotteten Verkchrskreiscl, teure neue Laternen und die Anpflanzung einer großen Zahl von Bäumen gewehrt hatten, wohl durch ihren Kampf gegen die von der Stadt ursprünglich vorgelegten Pläne  rausschlagen können.

Billig ist die Sanierung deshalb aber nicht gewesen für sie. Und hinzu kamen die monatelangen Belästigungen durch Lärm und Staub, die vor allem während der Rekordtemperaturen in diesem Sommer für Ärger und Protest im Rathaus sorgten…………………………………………….

Dass die — auch für den Hessentag — herausgeputzte Straße bei den Anliegern ,,Folgeaktivitäten“ ausgelöst hat, ist übrigens an vielen Ecken zu sehen: Mancher bislang eher stiefmütterlich behandelte Vorgarten beziehungsweise Eingangsbereich wird derzeit mit Liebe zum Detail umgestaltet. Die bis vor einem Jahr wie ein langgezogener Flickenteppich wirkende Straße bat sich zu einem ansehnlichen Bestandteil der Weststadt gemausert.