Viel Freizeit der Allgemeinheit gewidmetViel Freizeit der Allgemeinheit gewidmet

Landesehrenbrief: Der Ober-Hambacher Adolf Lannert wird für ehrenamtliches Engagement bei TSV und in SPD gewürdigt

Von langjährigen Wegbegleitern aus der Kommunalpolitik über die Freunde aus dem Sportverein bis hin zu den engsten Familienmitgliedern waren alle versammelt, als am Montagabend Adolf Lannert mit dem Landesehrenbrief ausgezeichnet wurde.

Bei der Feierstunde im Saal ,,Schlossberg“ des Heppenheimer Rathauses nutzte Landrat Matthias Wilkes (CDU) die Gelegenheit, um Adolf Lannert ,,Dankeschön zu sagen, für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement in Politik und Sport“. Anerkennung erworben hat sich der Geehrte als langjähriger Stadtverordneter in der SPD-Fraktion sowie als aktiver Fußballer, Funktionär und treuer Helfer bei seinem Stammverein, dem TSV Hambach.Für Wilkes war die Auszeichnung des gebürtigen Ober-Hambachers besonders wichtig, da sie in Tagen, wo Ober-Hambach im negativen Sinne im Mittelpunkt der Öffentlichkeit stehe, auch die positiven Eigenschaften der Bürger und im Speziellen von Adolf Lannert, ins Zentrum rücke. Lannert trat dem TSV Hambach 1951 bei, spielte viele Jahre in der ersten Mannschaft des Vereins, ehe er seine Fußballschuhe nach einem Sportunfall an den Nagel hängen musste. ,,Erst durch diese Verletzung bin ich eigentlich zum Ehrenamt gekommen“, erinnerte sich Lannert an die Anfänge seiner Tätigkeit. Er war fortan für mehr als zwanzig Jahre als Spielausschussvorsitzender des TSV tätig und war 1973 einer der Mitbegründer der Altherrenmannschaft. TSV-Vorsitzender Reimund Bommes erinnerte zudem an die zahlreichen Baumaßnahmen, die der gelernte Schreiner Lannert maßgeblich unterstützte. ,,Adolf Lannert hat einen wesentlichen Teil seiner freien Zeit der Allgemeinheit gewidmet“, lobte Bommes. Nicht umsonst ehrte der Verein sein treues Mitglied bereits mit diversen Ehrennadeln sowie der Ehrenmitgliedschaft. Auch im Ruhestand sei Adolf Lannert noch für den Verein aktiv, allein der Blick an die Decke des neuen Vereinsheims erinnere ihn regelmäßig an dessen Verdienste um den TSV, so Bommes. Mit der ihm eigenen Zurückhaltung fügte Adolf Lannert an: ,,Eigentlich besteht meine aktuelle sportliche Tätigkeit nur noch darin, dass ich mir regelmäßig die Spiele unserer Mannschaft anschaue und den sonntäglichen Stammtisch besuche.“Neben seiner Tätigkeit im Sportverein verdiente sich Lannert über viele Jahre hinweg Lob und Anerkennung für seine Arbeit in der Kommunalpolitik. In der Zeit der sozial-liberalen Koalition trat er in die SPD ein. Seit 1988 bekleidet Lannert bereits das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden des SPD-Ortsbezirks Hambach. Von 1990 bis 2001 war er zudem Mitglied der Heppenheimer Stadtverordnetenversammlung. Im Bau- und Umweltausschuss sowie in der Natur- und Umweltkommission habe Adolf Lannert wichtige Arbeit für die Stadt Heppenheim geleistet, berichtete Bürgermeister Gerhard Herbert (SPD). Neben seinen Parteifreunden Joachim Ballweg, Jochen Struwe und Maria Müller-Holtz würdigten auch Vertreter der anderen Parteien Lannert für politische Fairness, Ehrlichkeit und Verlässlichkeit. ,,Auch wenn mir die Arbeit in der SPD viel Spaß gemacht hat, war für mich immer das Wohl aller Bürger wichtig“, betonte Lannert. Gerne erinnert sich der Geehrte noch heute an die Diskussionen in der Stadtverordnetenversammlung und in den Ausschusssitzungen. Insbesondere mit dem heutigen CDU-Fraktionsvorsitzenden Hans-Peter Falter habe sich dadurch ein sehr gutes Verhältnis entwickelt.Adolf Lannerts Charakter habe letztlich auch dazu geführt, dass es ,,ein Roter“ geschafft habe, im traditionell konservativen Hambach von allen Bürgerinnen und Bürgern geehrt und geschätzt zu werden, fügte Ortsvorsteherin Renate Netzer (SPD) an. ,,Er ist und bleibt nicht zuletzt deshalb en Hoambächer, auch wenn er schon lange Zeit in Heppenheim wohnt“, sagte die Ortsvorsteherin. Weiter bezeichnete Renate Netzer in ihrer Eigenschaft als Nichte Adolf Lannert als ,,einen fabelhaften Onkel, der einfach da ist, wenn es irgendwo brennt“.Bei allem Lob für Lannerts Verdienste wollten er selbst wie auch die Laudatoren Ehefrau Annemarie nicht vergessen. ,,Wir konnten nur in Urlaub fahren, wenn im Fußball gerade Sommerpause war und gleichzeitig auch das Stadtparlament Sitzungspause hatte“, erinnerte sich Adolf Lannert, um anzufügen: Das alles wäre ohne die Unterstützung und das Verständnis meiner Frau nicht möglich gewesen“,,Auch Annemarie Lannert ist ehrenamtlich stark engagiert – unter anderem für die Kapelle im Bensheimer Weg.“, bestätigte Stadtverordnetenvorsteher Philipp-Otto Vock (CDU).

Aus dem Starkenburger Echo vom 10.03.2010