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Öffentliches Grün: Hilfe aus der Bürgerschaft vor allem bei Spielplätzen erwünscht

HEPPENHEIM. Dass sich einiges bewegen lässt, wenn die Bürger mit anpacken, hat sich im vergangenen Jahr vor dem Hessentag gezeigt. Im Mai 2004 waren 700 Heppenheimer losmarschiert und hatten Straßen, Sträßchen, öffentliche Plätze und Grünflächen von Unrat befreit. 30 Kubikmeter Müll kamen beim „Hessentagsputz“ zusammen – und alle waren stolz auf das Ergebnis gelebten Bürgersinns. Eine Wiederholung der Aktion wäre sicher wünschenswert, dürfte aber mittelfristig am dafür notwendigen Aufwand scheitern. Aber es gibt eine andere Möglichkeit, sich für ein schöneres Heppenheim zu engagieren: Die Stadt ist nach wie vor auf der Suche nach „Paten“ für öffentliche Grünflächen.

Ob Wiesenflächen, Bolzplätze, Blumenbeete, ob Pflanzkübel, Verkehrsinseln oder Spielplätze: Überall ist eine pflegende Hand nötig, und Bauhof wie Stadtgärtnerei kommen kaum nach. Zumal in den heißen Sommermonaten, wenn schon das Gießen des öffentlichen Grüns einen erheblichen Teil der Arbeitszeit vereinnahmt. Allein an „normal gepflegten“ Grünflächen zählt die Stadt 35 000 Quadratmeter. Hinzu kommen 2500 Quadratmeter „intensiv gepflegte“ Flächen wie Ehrenmäler, bepflanzte Kleinflächen oder Blumenkübel (hiervon gibt es im Stadtgebiet knapp 100), 2500 Quadratmeter Mähflächen und weitere 340 000 Mäh- und Mulchflächen, zu denen die Unterhaltung von Gräben gehört.

Für all diese, oder zumindest einen Teil dieser Flächen hofft die Stadt auf „Paten“. Wer die nicht bezahlte, aber ehrenvolle Aufgabe übernehmen will, kann dies im Hauptamt zur Kenntnis geben und erhält dafür eine „Patenschaftsurkunde“, die Paten wie zu pflegende Fläche benennt. Weltliche Reichtümer sind, siehe oben, hiermit nicht zu erlangen, vielleicht aber das Bewusstsein, dass man die Pflege seiner Umgebung nicht nur „denen da oben“ überlässt, die ohnehin oft nicht nachkommen, sondern seinen eigenen Teil zur Verschönerung Heppenheims beiträgt.

Einem ersten Appell der Verwaltung sind bereits eine Reihe von Bürgern gefolgt, wie die Leiterin des Fachbereichs Allgemeine Verwaltung und Personal (früher Hauptamt), Irene Hilkert, gestern mitteilen konnte. Und festgestellt werden konnte in diesem ersten Anlauf, dass viele Grünflächen seit langem in der pflegenden Hand von Heppenheimern sind, ohne dass diese darum Aufhebens gemacht hätten. Trotzdem bleibt noch viel zu tun, und so wendet Hilkert sich insbesondere an Gastronomen und Geschäftsleute mit der Bitte, die Pflege des rund um deren Geschäfte und Lokale vorhandenen öffentlichen Grüns zu übernehmen. Aus dieser Zielgruppe, so Hilkert, sei bislang keine Reaktion zu verzeichnen.          jr

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