Realit, keine WahlkampftaktikRealit, keine Wahlkampftaktik

Es ist bezeichnend für die FDP, wenn sie hinter dem Antrag der SPD zum Streetworker nur eine Wahlkampfmasche vermutet und die sozialen Realitäten in Heppenheim einfach leugnet.

Der Gedanke, die geniale Wahlkampftaktik von Roland Koch sei von der SPD entwickelt, liegt zwar angesichts des Wahlergebnisses nahe. Ob allerdings tatsächlich der Antrag der Heppenheimer SPD-Fraktion vom 6.11.2007 den Weg in die Wahlkampfzentrale der hessischen CDU gefunden hat, bezweifeln wir stark. Die SPD Heppenheims hat jedenfalls das Thema Streetwork schon lange ernst genommen und sich damit beschäftigt. Das Zitat der Vorsitzenden des Sozialausschusses ist daher auch nicht zutreffend, die SPD weiß wovon sie redet.

Dass Heppenheim jemanden braucht, der sich vor Ort um soziale Konflikte kümmert wissen alle, die sich mit sozialen Konfliktgruppen beschäftigt. So mahnt das Team von Annis Suppenküche im Artikel vom 23.12.2007 einen Streetworker an. Das Soziale Netzwerk Heppenheims bittet im Artikel vom 26.1.2008 um sachliches Herangehen an das wichtige Thema. Die Schulen Heppenheims sind an den Bürgermeister herangetreten und haben die Installation eines Streetworkers angeregt. Der Streetworker Bensheims hat auf „Wanderbewegungen“ zwischen Heppenheim und Bensheim hingewiesen und darauf, wie wichtig es ist, in beiden Städten als Mittler für und zwischen den Bevölkerungsgruppen aufzutreten. Die CDU hat in ihrem Antrag vom 26.2.2007 zum „Sicherheitsgefühl der Heppenheimer Bürger“ darauf hingewiesen, dass es in Heppenheim verschiedene Bereiche gibt, in denen dieses Sicherheitsgefühl gestört ist. Am 29.1.2008 war im Starkenburger Echo zu lesen, dass ein Passant in der Schönbacher Strasse mit vorgehaltener Pistole zur Herausgabe seines Geldbeutels aufgefordert wurde.

Wem alle diese Argumente nicht ausreichen, um einen Streetworker für Heppenheim zu befürworten soll bitte darstellen, wie er sich die Lösung all diese Konflikte vorstellt. Einfach zuwarten bis etwas noch dramatischeres passiert ist jedenfalls nicht die Sache der SPD.

Gaby Kurz-Ensinger, 29.01.2007