Schnellschüsse verbieten sichSchnellschüsse verbieten sich

Ortsbeirat: Dorferneuerung in Hambach soll behutsam vorangetrieben werden – Bürgerversammlung im Frühjahr leer

HAMBACH. Die Nachricht, dass Hambach Berücksichtigung in dem vom Land Hessen aufgelegten Dorferneuerungsprogramm finden wird, löste in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats ungeteilte Freude aus. Was Bürgermeister Gerhard Herbert (SPD) bereits Anfang September angekündigt hatte, fand nun in einem Zwischenbescheid seine Bestätigung.

Der Eingang des amtlichen Schriftstücks aus Wiesbaden wird demnächst erwartet und ist nur noch ein formaler Akt. Ortsvorsteherin Renate Netzer (SPD) sprach von einem Glücksfall und einem Geschenk, mit dem allerdings behutsam und verantwortungsvoll umgegangen werden müsse.

Unter den Mitgliedern des Ortsbeirats besteht Konsens darin, dass sich Schnellschüsse verbieten. Netzer kündigte fürs Frühjahr 2008 eine Bürgerversammlung an, in der über das weitere Procedere informiert und Anregungen entgegengenommen werden sollen. „Wir sind dankbar für konstruktive Mitarbeit“, ermutigte sie im Gespräch mit dem ECHO Hambachs Bürger dazu, mit eigenen Vorschlägen nicht hinterm Berg zu halten.

Wenn alles nach Plan läuft und sämtliche sich aus dem Dorferneuerungsprogramm bietenden Möglichkeiten ausgeschöpft werden, dann fließen über eine Laufzeit von neun Jahren verteilt Zuschussmittel in Höhe von einer Million Euro ins sogenannte „Tal der Rosen“. Die Hälfte dieser Summe übernimmt das Land. Die Stadt Heppenheim wäre mit weiteren 500 000 Euro dabei. Wo und für was investiert werden soll, steht indessen noch nicht fest.

Da der Stadtteil auf eine vergleichsweise gute Infrastruktur mit Mehrzweckhalle, Sportplatz, Kindergarten und Feuerwehrgerätehaus verweisen kann, lässt sich absehen, dass ein wesentlicher Teil des Geldes in Gebäudesanierungen fließen wird. Profitieren davon werden auch private Hausbesitzer. Ist ihr Vorhaben sinnvoll und dem Gesamtbild zuträglich, darf nach bisher geübter Praxis mit Fördermitteln in Höhe von 30 Prozent gerechnet werden. Der maximale Zuschussbetrag wird allerdings in keinem Fall 20 000 Euro übersteigen.

Die der Entscheidungsfindung vorgeschaltete „Moderationsphase“ wird viele Kräfte binden. Nicht zuletzt deshalb sah der Ortsbeirat davon ab, sich am Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ zu beteiligen. „Es wird eine gehörige Portion Arbeit auf uns zukommen“, begründete Renate Netzer den Beschluss, sich voll aufs Erneuerungsprogramm zu konzentrieren.

In einem schon „erneuerten“ Zustand präsentiert sich derweil das Gelände um den Kindergarten, das im vergangenen Jahr nach einer umstrittenen Baumfällaktion in die Schlagzeilen geraten war. Die Gemüter scheinen sich inzwischen beruhigt zu haben, nachdem sich die Natur selbst geholfen hat und die vordem kahle Fläche mit nachwachsenden Bäumen und Sträuchern wieder begrünt ist. Ergebnis eines Ortstermins mit Magistrat und Förster Steffen: „Eine zusätzliche Anpflanzung ist nicht notwendig.“

Handlungsbedarf besteht indessen in der Schlossberghalle. Investitionen sind dort immer fällig. So werden auch im Haushalt 2008 erneut Geld für Verbesserungen eingestellt. Finanziert wird damit der überfällige Einbau einer behindertengerechten Toilette. Die Freude darüber wird insofern getrübt, als die ebenfalls auf der Wunschliste stehende Erneuerung der Duschanlage unberücksichtigt bleibt. Dennoch stimmte der Ortsbeirat dem Etat zu.

Fest vorgenommen haben sich die Ortsbeiräte, an zentraler Stelle eine Pinnwand für auf Hambach bezogene Immobilienangebote zu installieren. Renate Netzer versteht diese Einrichtung als Serviceleistung, mittels der sich sowohl Vermieter als auch Mieter einen Überblick verschaffen können.

Der Ortsbeirat nahm auch den städtischen Nachtragshaushalt zur Kenntnis und erteilte einem Bauantrag und zwei Bauvoranfragen seine Zustimmung.

Aus dem Starkenburger Echo vom 17.11.2007