Über 30 Jahre lang Vorsitzende der AsF HeppenheimÜber 30 Jahre lang Vorsitzende der AsF Heppenheim

Martina Hardt-Holler engagiert sich seit Jahren in der Heppenheimer Kommunalpolitik. Foto: Sascha Lotz

Ihr Name steht für den Kampf um Gleichberechtigung wie kaum ein anderer: Martina Hardt-Holler stellt sich nach über 30 Jahren als Vorsitzende der Heppenheimer AsF nicht mehr zu Wahl.

Ihr Name steht in Heppenheim für den Kampf um die Gleichberechtigung der Frau wie kaum ein anderer. Wenn Martina Hardt-Holler am Mittwochabend nicht mehr zur Wahl als Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) antritt, liegen mehr als 30 Jahre als Vorsitzende hinter ihr. Für die Belange und Rechte der Frauen hat sie stets auch über die Parteigrenzen der SPD hinweg gewirkt.

1975 trat die heute pensionierte Lehrerin in ihrem Geburtsort Neustadt an der Weinstraße in die Partei ein. Nach vier Jahren wurde sie Vorsitzende der AsF des Unterbezirks Neustadt und blieb es bis zum Jahr 1985. Darüber hinaus trat die Lehrerin 1978 in die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft ein. 1980 bis 1985 war sie jüngstes Stadtrat-Mitglied in Neustadt – bis sie nach Heppenheim umzog.

Das änderte an ihrem politischen Engagement allerdings nichts. Hardt-Holler schloss sich den Heppenheimer Sozialdemokraten an, war dort im Vorstand aktiv und wirkte für die ASF zunächst im Unterbezirksvorstand. 1987 wurde sie zur Vorsitzenden der Heppenheimer AsF gewählt und füllte das Amt mit Herz und Seele aus. Von 1991 bis 2008 war sie darüber hinaus Stadtverordnete in Heppenheim.

Die Liste der Dinge, die Hardt-Holler initiiert hat, ist lang: Sie hat sich unter anderem dafür eingesetzt, dass die Stelle einer Frauenbeauftragten und Arbeitskreise bei der Frauenbeauftragten der Stadt und des Kreises eingerichtet werden. Engagiert hat sich die Sozialdemokratin auch für die Gründung des „Bürgervereins für gegenseitige Hilfe“ und des Vereins „Wachsame Nachbarn“. Sie initiierte den Arbeitskreis Familienfreundliche Stadt, brachte den Kinderhort Arche Noach mit auf den Weg und setzte sich dafür ein, dass die Schlossschule zur betreuten Grundschule wurde. Zudem legte sie Wert darauf, dass regelmäßig Selbstverteidigungskurse angeboten werden, und war maßgeblich am Seniorenwegweiser beteiligt, am Schweigemarsch gegen Ausländerfeindlichkeit im Jahr 1992. Zudem unterstützt sie das Frauenhaus Bergstraße.

Auf Einladung der SPD-Bundestagsabgeordneten Christine Lambrecht organisierte Hardt-Holler immer wieder Fahrten nach Berlin, lud Referenten zu oft öffentlichen Vortragsabenden ein. Ein ganz besonderes Faible hat die langjährige Vorsitzende der Heppenheimer ASF für die Partnerstadt Kaltern.

Eine ihrer Weggefährtinnen ist Renate Netzer. Sie bezeichnet Hardt-Holler nicht nur als durchsetzungsfähige Frontfrau der ASF mit konsequenter Amtsführung, sondern auch als „echte Kämpferin für die Frauen“ auch über die Grenzen der AsF hinaus. Sie sei stets „unermüdlich korrekt“ gewesen. Bei allen politischen Wahlen habe sie sich dafür eingesetzt, dass die Kandidatenlisten möglichst paritätisch mit Frauen und Männern aufgestellt wurden. In vielen Arbeitskreisen, die sie ins Leben rief, so unterstreicht Netzer, seien stets auch Frauen anderer Parteien vertreten, die Arbeit und Engagement von Hardt-Holler zu schätzen wussten und wissen. Das wohl schönste Kompliment von Renate Netzer für ihre Parteigenossin aber dürfte folgendes sein: „Martina war und ist es noch: Eine wunderbare Freundin, nicht nur für mich.“

Aus dem Starkenburger Echo vom 06.02.2019