Fahrstuhl Kurfürstensaal und WeinkosthalleFahrstuhl Kurfürstensaal und Weinkosthalle

Die CDU fühlt sich gelinkt, konnte man der Samstagsausgabe des Echos entnehmen.

Gelinkt von der Vorgehensweise des Bürgermeisters. Dabei hat der Bürgermeister nur einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung durchgeführt und die Möglichkeiten für alternative Heizungen in den städtischen Gebäuden aufgezeigt.
Wenn man ernsthaft die Heizkosten gerade im Kurmainzer Amtshof senken will und im Rahmen einer Sanierung auf eine kostengünstige und umweltfreundliche Holzschnitzelheizung umsteigen will, braucht man eben Lagermöglichkeiten für Holzschnitzel. Einem Rohstoff über den die Stadt durch die stadteigenen Wälder ausreichend verfügt. Bei diesem Beschluss war auch die Fraktion der CDU beteiligt.

Weiß die CDU eigentlich noch wohin sie will? Im Wahlkampfjahr 2006 wurde laut getönt: „Der Ausbau der Weinkosthalle ist zwar wünschenswert, doch der Aufzug im Kurfürstensaal ist wichtiger“. Überrascht musste man in der jüngsten Bauausschusssitzung zur Kenntnis nehmen, dass die CDU nun der Weinkosthalle den Vorzug gibt, danach käme erst der Fahrstuhl dran. Nach der Presseberichtserstattung des Echos über diesen Bauausschuss kam am Samstag dann die Aussage: „Wir wollen den Aufzug nicht verhindern. Wir wollen beides!“ Der Bürgermeister solle nur „den fehlenden Betrag X“  in den Nachtraghaushalt einstellen und ihn vom „Stadtparlament“ absegnen lassen. So einfach geht das. Welch wunderbare Geldvermehrung.

Die SPD- Fraktion sieht in dem Ausbau der Weinkosthalle eine teure unsinnige Maßnahme, die man sich in der momentanen finanziellen Lage der Stadt einfach nicht leisten kann. Die Weinkosthalle mit ca. 120 m² Grundfläche ist ein feuchter Kellerbau mit relativ niedriger Decke und wird auch nach einem sehr teueren Umbau in keiner Weise eine Alternative zum Kurfürstensaal werden. Sie ist wegen der schlechten Akustik, von der Größe ganz zu schweigen, auch für kulturelle Veranstaltungen, wie Konzerte, absolut ungeeignet. Selbst wenn die Stadt über ausreichend Mittel verfügen würde, müsste man eine solche Investition aus Gründen der Vernunft ablehnen. Schließlich sind es Steuergelder, Gelder der Allgemeinheit, die hier fehlinvestiert werden sollen.

Ganz anders sieht es mit dem Fahrstuhl für den Wappen- und Kurfürstensaal aus.

Der Kurfürstensaal, eine Räumlichkeit mit genialer Akustik, beliebter Veranstaltungsort für Konzerte, der Stadtverordnetenversammlung, hin und wieder des Kreistages, den Neujahrsempfang der Stadt und vieler Firmenfeierlichkeiten, für die er auch angemietet wird. Bisher sind behinderte und ältere Mitmenschen bei all diesen Veranstaltungen ausgeschlossen, obwohl es schon lange eine gesetzliche Verpflichtung für die Zugänglichkeit öffentlicher Gebäude gibt. Zudem sollen mit dem Fahrstuhl alle drei Ebenen (Winzerkeller, Museum und der Wappen- und Kurfürstensaal) erreichbar gemacht werden.

Mittel und Pläne stehen für diesen Fahrstuhl bereit. Die vom Land bereitgestellten Mittel von 180 000 Euro sind in keiner Weise zweckgebunden für die Weinkosthalle. Es sind Mittel, die für die Sanierung Kurmainzer Amtshof bereitgestellt wurden und können daher sehr wohl für einen Aufzug dort verwendet werden. Im Interesse vor allem von behinderten und älteren Mitbürger sollte man es unterlassen, ständig dieses wichtige Vorhaben mit vorgeschobenen Argumenten zu torpedieren. Die CDU soll zu ihren Wahlaussagen stehen. 

Für die SPD Fraktion Heppenheim Gabriele Kurz-Ensinger, 02.05.2007