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Sozialarbeit: SPD will neue Stelle für einen Streetworker – Haupteinsatzgebiet Weststadt

HEPPENHEIM. Ein zusätzlicher Sozialarbeiter soll sich nach dem Willen der SPD um Jugendliche kümmern, die durch die herkömmlichen Einrichtungen der Stadtjugendpflege („B 3“ oder „Oase“) nicht erreicht werden können. Als eine Art „Streetworker“ solle er sich vor allem in der Weststadt, aber auch am Bahnhof und in der Innenstadt um Heranwachsende kümmern, die dort in jüngster Zeit öfters den Unmut von Passanten und Anwohnern auf sich gezogen haben.

Wie es in der Begründung des SPD-Antrags im Sozialausschuss hieß, fehlten für diese Jugendlichen oft schlicht Anlaufstellen. Dabei sei es aber wichtig, dass der neue Mann oder die neue Frau außerhalb der üblichen Verwaltungszeiten und „draußen auf Straße“ arbeiteten. Sie sollten dabei nicht an feste Einrichtungen gebunden sein.

Im Hochhausviertel der Weststadt könnte nach den Vorstellungen von SPD und Grünen – zum Beispiel in einem leerstehenden Kiosk – ein Raum oder ein Bereich für Jugendliche geschaffen werden, in dem diese sich treffen und ihre Zeit verbringen können. An Konzeption, Einrichtung und Betrieb müssten sie beteiligt sein.

Mechthild Ludwig (CDU) sagte, sie wisse um die Probleme in der Weststadt. Doch seien erst Mitarbeiter der Stadtjugendpflege abgezogen worden, die jetzt an anderer Stelle in der Verwaltung arbeiteten. Dem widersprach Bürgermeister Gerhard Herbert (SPD). Die Planstellen der Jugendpflege seien besetzt, auch wenn es Wechsel innerhalb der Verwaltung gegeben habe. Der Antrag der SPD stelle eine „zusätzliche Aufgabe“ dar. Ludwig wollte den Vorschlag überdenken, die CDU enthielt sich zunächst der Stimme.

Auch Stefan Kunz (FWHPINI) enthielt sich, da er noch kein abgeschlossenes Meinungsbild habe. Seine Tendenz neige zu einer Zustimmung. Sebastian Kramer (FDP) ist dagegen skeptisch. Die Akzeptanz von Sozialarbeitern sei bei besagten Jugendlichen nicht sehr hoch. Er setzte zunächst darauf, dass sich die Situation verbessert, wenn es für mehr Jugendliche Ganztagsschulen gebe.

Für den Antrag gab es im Ausschuss fünf Ja- und vier Neinstimmen bei zwei Enthaltungen.

Aus dem Starkenburger Echo vom 8.11.2007